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Verbrechen der Wehrmacht - Sowjetische Kriegsgefangene als Opfer einer gezielten Vernichtung? Daniel Schmidl

Verbrechen der Wehrmacht - Sowjetische Kriegsgefangene als Opfer einer gezielten Vernichtung?

Daniel Schmidl

Published July 16th 2003
ISBN :
Kindle Edition
61 pages
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 About the Book 

Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg, Note: 1,3, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Geschichte), Veranstaltung: Hauptseminar: M. Burleighs Gesamtdarstellung Die Zeit des Nationalsozialismus, Sprache: Deutsch, Abstract: Am 22. Juni 1941 begann mit dem Angriff auf die Sowjetunion ein Krieg, der vor allem durch einesgekennzeichnet war - Vernichtung. Nicht nur die Eliminierung des feindlichen Widerstandes,sondern die Beseitigung der lebendigen Kräfte des östlichen Nachbarn, war laut Hitler das erklärteZiel.1Erste Erfahrungen mit dieser Art der Kriegführung konnte die deutsche Wehrmacht bereits invorangegangenen Feldzügen sammeln. Bereits im Krieg gegen Polen, aber auch später bei derBesetzung Serbiens, wurde die Wehrmacht geschult und vorbereitet auf die Härte und Brutalität, dieHitler im kommenden Unternehmen „Barbarossa“ durch die rassen-ideologischeWeltanschauungspolitik der Nationalsozialisten forderte. Manfred Messerschmidt betont in diesemZusammenhang, dass im Bezug auf die anvisierten östlichen Gebiete die Feinbilder von Wehrmachtund Nationalsozialismus nahezu kongruent waren. Der „Realismus des Krieges“ und derideologische Krieg als Kriegsnotwendigkeit, verschmolzen zu einer Einheit.2Der Polenfeldzug als Probelauf des Raub- und Vernichtungskrieges ließ die Art des späterenKrieges bereits deutlich erkennen. Allerdings scheute sich Hitler damals noch, seine Soldaten zureinen Mordgesellen zu degradieren. Für „Säuberungsaktionen“ in den eroberten polnischenGebieten versuchte die Wehrmacht die Verantwortung auf Himmlers SS abzuschieben, dennoch -sie blieb trotzdem in Ghettoisierung, Folter und Liquidierung von ca. 15.000 Juden und polnischenIntellektuellen involviert. Der Grund dafür ist klar erkennbar, schließlich war sie für dieUnterkünfte, Versorgung und die Kraftfahrzeuge der SS-Einsatzgruppen zuständig. Aber bereitshier wird in der Wehrmachtsführung eine gewisse Selbständigkeit im Einverständnis mit denVerbrechen sichtbar. So deklarierte General Georg von Küchler, der Befehlshaber der HeeresgruppeNord, den „Volkstumskampf“ zur zweiten Front und verbat sich jedwede Kritik seitens seinerUntergebenen.3[...]1Vgl. Messerschmidt, Manfred: Wehrmacht und Nationalsozialismus. In: Geschichtswerkstatt Marburg e.V. (Hrsg.):„Ich mußte selber etwas tun“. Deserteure - Täter und Verfolgte im Zweiten Weltkrieg. Schüren 2000. S. 262Vgl. ebenda S. 313Vgl. Volkmann, Hans Erich: Verbrechen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. In: Berkessel, Hans- Klapp, Sabine(Hrsg.): Mainzer Geschichtsblätter. „Kriegsblätter“ - eine Dokumentation. Mainz 1999. S. 18